Adoptiert – das Treffen

Adoptiert

Morgen

Morgen würde sie kommen, morgen würde Regina ihre Tochter kennenlernen. Morgen würde Janine – wie ihre neuen Eltern sie nach der Adoption genannt hatten – kommen. Sie hatte das Kind damals anders nennen wollen, aber weder damals noch heute, stand es ihr zu, ihrer Tochter einen Namen zu geben. So hatte sie selbst es sich immer verboten, die Tochter in Gedanken bei dem anderen Namen zu nennen.

Was hatte sie alles angestellt, seit sie wusste, dass Janine sie besuchen würde. Regina hatte immer ihre Adressdaten beim Jugendamt aktualisiert, damit ihre Tochter sie auch finden würde, wenn sie das irgendwann einmal wollte. Lange genug hatte es gedauert, Regina hatte sich beinahe damit abgefunden, sie niemals zu treffen. Als Janine klein war, bekam sie noch ab und an mal ein Foto geschickt, aber das schlief ein, als ihre Tochter zehn Jahre alt war. Seitdem hatte sie immer wieder davon geträumt, was sie sagen würde, wenn sie Janine begegnen würde. Aber, mit der Zeit wurde es unwahrscheinlicher und die Hoffnung schwand fast völlig.

Ein Brief

Nun ist Janine schon 25 Jahre alt. Als ihr Brief vor etwas mehr als drei Wochen ankam, stand Regina im Hausflur und starrte die Post in ihren Händen an. Eine Nachbarin sprach sie an „Schlechte Nachrichten, Frau Daniel?“ Regina schüttelte sprachlos mit dem Kopf, sie hatte den Brief noch gar nicht geöffnet, aber der Absender hatte ihr die Sprache verschlagen. Zurück in ihrer Wohnung, zelebrierte sie regelrecht ein Brieföffnungsritual, erst kochte sie sich einen Kaffee, setzte sich dann aufs Sofa und machte es sich richtig bequem. Der Brief wurde auch nicht einfach aufgerissen, sie hatte extra ein gutes Küchenmesser mitgebracht, um den Brief ganz sorgsam aufzuschlitzen.

Als sie schließlich den Briefbogen in Händen hielt, konnte sie lange Zeit gar nicht lesen, was dort stand. Sie hatte Tränen in den Augen und musste sich erst einmal fangen. Der Brief war kurz, was sollte Janine ihr auch schreiben, sie kannte sie nicht. Sie berichtete, dass sie Regines Adresse vom Jugendamt hätte und von daher wüsste, dass Regina den Kontakt wünschte. Sie würde also am 27. Juni zu ihr in die Wohnung kommen, sollte es nicht passen, möge Regina bitte schriftlich Bescheid geben. Kurz und fast unfreundlich, aber Regina hielt den Brief immer weiter fest, sie las ihn wieder und wieder.

Tagelang wanderte sie wie in Trance durch ihre Wohnung, trug den Brief mit sich herum. Dann sah sie sich um und erschrak, hier sollte sie ihre Tochter kennenlernen, hier in diesem Müllhaufen? Dummerweise sah sie dann auch noch in den Spiegel, wer war diese alte, magere, verzauselte Säuferin? Was sollte sie nur tun, so konnte sie doch nicht ihre Tochter begrüßen, sie weinte sich durch den Abend, sie weinte und sie trank. Schließlich fing sie wie besessen an zu putzen, aber das half nicht wirklich viel. Sie brauchte Hilfe. Ganz egal, wie wenig Kontakt sie bisher mit ihren Nachbarn gepflegt hatte, jetzt brauchte sie jemanden. Ihr fiel Frau Richter ein, die sie an dem Tag, als der Brief ankam, so mitleidig angesprochen hatte. Sie würde sicher am ehesten Rat wissen.

Rat und Tat

Und Frau Richter wusste Rat. Sie hatte immerhin drei Töchter groß gezogen und konnte sich nicht vorstellen, eine davon zu missen. Resolut nahm sie die Sache in die Hand. Ganz drastisch befahl sie Regina „Mit dem Alkohol ist Schluss, sie hören sofort damit auf! Wenn sie unbedingt etwas trinken müssen, kommen sie zu mir nach oben. Egal, ob Tag oder Nacht!“ Regina sah sie ganz verzagt an „Ich weiß nicht, ob ich das kann.“ „Papperlapapp, sie klingeln bei mir und dann gibt’s Grapefruitsaft statt Stoff. Sie wollen ihrer Tochter doch nicht so unter die Augen treten?“ Regina rappelte sich auf „Nein, auf keinen Fall, lieber würde ich sie gar nicht kennenlernen, als das sie mich so sieht!“

Von nun an hatte Frau Richter, Jutta, wie sie nun von Regina genannt wurde, eine Art Vollbeschäftigung. Alle schrottreifen Möbel wurden in den Sperrmüll gegeben, das war fast die gesamte Einrichtung. Die beiden Frauen putzten die Wohnung, wienerten die Fenster und zwischendurch wurde Regina noch mit Kuchen und Naschereien aufgepäppelt. Drei Mahlzeiten bekam sie nun ohnehin bei Jutta einverleibt. Sie hatte nach einer Woche schon acht Kilo zugenommen und sah bereits fast präsentabel aus. Alkohol hatte sie auch keinen bekommen. Jutta hatte das ganze Haus informiert und nun halfen alle mit.

Einige Nachbarn liehen ihr einzelne Möbelstücke und Frau Wilkens aus dem Erdgeschoss lauerte Regina auf, wenn sie Einkaufen gehen wollte, und begleitete sie dann. Keine Chance sich Schnaps zu kaufen. Nach zwei Wochen hatte sie schon fast kein Verlangen mehr danach, sie war meistens sogar so müde, dass sie sofort und ohne einen Gedanken an Alkohol einschlafen konnte. Jutta hatte sie bei den Anonymen Alkoholikern angemeldet und sie dort abgeliefert. Aber konzentrieren konnte Regina sich noch nicht auf das Programm, zu sehr war sie noch in ihren eigenen Gedanken gefangen und fieberte nur dem Besuch entgegen.

Aufgemöbelt

Richtig schön eingerichtet war jetzt nur das Wohnzimmer mit vielen geliehenen Möbeln. Die anderen Räume waren nahezu leer, ihr Kleiderschrank wies große Lücken auf. Wo früher fadenscheinige, fleckige Kleider, die an ihr herumschlotterten, hingen, suchten nun die Motten vergebens nach Futter. Stattdessen war sie mit Helga und Ulrike aus dem fünften Stock, in einer schicken Boutique gewesen und hatte ein elegantes Kostüm bekommen. Anschließend wurden noch hochhackige Schuhe, passend zu dem Kostüm gekauft. Regina musste erst einmal laufen lernen auf den Schuhen, aber schließlich hatte sie den Dreh heraus und konnte sich fast perfekt auf Stöckeln bewegen. Und für die Motten waren Mottenkugeln statt Kleidung erstanden worden.

Auch Geld war kein Problem, sie war regelrecht das Sozialprojekt ihrer Nachbarn geworden. Frau Seelmann schleifte sie zum Friseur und zahlte die nicht grade geringe Rechnung. Regina brauchte eine Generalüberholung, Farbe mit Strähnchen, Dauerwelle, Haarschnitt, die ganze Sitzung dauerte einen halben Tag. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen, als Frau Seelmann sie ins Haus brachte, wurde sie den anderen mitleidigen Seelen regelrecht vorgeführt. Jutta hätte sie beinahe nicht erkannt. „Wenn du mir so auf der Straße begegnet wärest, hätte ich dich nicht erkannt, du siehst wirklich gut aus“ Regina stammelte ihren Dank an alle Helfer und wiederholte wohl zum hundertsten Mal „Das ist doch alles viel zu viel, ihr könnt doch nicht so viel Geld für mich ausgeben. Das geht doch nicht.“

Sunshine

Und als sie nun wieder rot wurde, fiel Jutta auf „du musst ja unbedingt noch ins Sonnenstudio, siehst ja immer noch aus wie eine Leiche auf Urlaub.“ Gesagt, getan, sie landete auf der Sonnenbank und bei der Kosmetikerin. Die zupfte, massierte und pinselte an ihr herum, bis sie irgendwann einen Schritt zurücktrat und sie anstrahlte „Ich bin ein Genie“. Die Gewichtszunahme hatte zwar ihr Aussehen schon deutlich verbessert, aber mit der leichten Bräune, die sie nach vier Solariumsbesuchen hatte und den Schminktipps, welche die Kosmetikerin ihr mitsamt der Kosmetikartikel, verkauft hatte, erkannte sie sich nun schon selbst nicht mehr wieder. Einerseits war sie überglücklich, andererseits war es ihr unangenehm. Niemals konnte sie die Beträge, die ihre Nachbarn für sie aufgewendet hatten, wieder zurückzahlen. Von der Freundlichkeit ganz abgesehen.

Das Schwierigste, in Reginas Leben, war immer noch der Durst. Beinahe jede Nacht klingelte sie bei Jutta. Eine Woche vor dem Termin zog Jutta übergangsweise zu Regina. Allein hätte sie es nicht durchgehalten. Der Drang, etwas zu trinken wurde durch die Aufregung immer größer und je näher der Tag von Janines Besuch rückte, um so aufgeregter wurde sie. In der Wohnung war so weit alles in Ordnung gebracht und eigentlich mussten sie nur noch auf den großen Tag warten. Am Tag vorher wurde Kuchen gebacken, Regina lernte Kaffee zu kochen, der nicht die Tasse sprengte und frische Blumen wurden im Wohnzimmer platziert.

Heute

Am Morgen des Besuchs rannte Regina ganz verwirrt durchs Haus und wollte sich bei allen bedanken. Jeder winkte ab und war gerührt. Endlich wurde sie von Frau Wilkens eingefangen und in ihre Wohnung gebracht. Dort wartete Jutta schon mit den Schminkutensilien und gemeinsam zogen sie Regina an, wie eine Schneiderpuppe. Sie war wahrlich keine große Hilfe. Je weiter ihre Verwandlung fortschritt, desto mehr wurde Regina wieder sie selbst. Zwar hatte sie immer noch das dringende Verlangen etwas zu trinken, aber sie traute sich nicht, es zu verraten. Der Grapefruitsaft, den sie dann regelmäßig eingeflößt bekam, hing ihr wirklich zum Hals raus. Um zwei Uhr wollte Janine kommen, die Nachbarinnen hatten ihr Werk rechtzeitig vollendet und sich in ihre eigenen Wohnungen zurückgezogen. Offiziell jedenfalls. Natürlich hatte eine jede irgendwo im Haus Posten bezogen, um sich die geliebte, unbekannte Tochter anzusehen.

Das musste sie sein, die Ähnlichkeit war direkt auffallend, jedenfalls nun, nachdem Regina restauriert worden war. Janine schritt mit forschem Schritt, der über ihre Angst und Unruhe hinwegtäuschen sollte, durch den Hausflur und klingelte bei ihrer Mutter. Regina hatte natürlich direkt hinter der Tür gestanden und öffnete schon, bevor Janine überhaupt den Finger von der Klingel nehmen konnte. Nun standen sie sich gegenüber. Eine ganze Weile. Janine brach als erste das Schweigen, sie reichte Regina ihre mitgebrachten Blumen. „Die müssen ins Wasser, bitte.“

Blumen

Regina fiel diese fast unfreundliche Begrüßung nicht auf. Sie hatte ihr sogar Blumen mitgebracht. Ihr Herz arbeitete im Akkord, es hätte sie nicht erstaunt, wenn es aus der Brust gehüpft wäre. „Danke schön, das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen. Bitte komm doch rein.“ Sie führte Janine ins Wohnzimmer und ging selbst in die Küche, um die Blumen in die letzte heile Vase zu stellen. Sie brachte die Blumen ins Wohnzimmer und holte dann noch Kaffee und Kuchen aus der Küche herüber. Janine hatte sich inzwischen sehr aufmerksam umgesehen. Sie hätte etwas wesentlich Schäbigeres erwartet. Das konnte man doch wohl wirklich erwarten, wenn eine Mutter ihr Kind weggab. Man konnte doch erwarten, dass sie so etwas nur in äußerster Not tat. Aber hier sah es nicht nach Not aus. Hatten ihre Adoptiveltern also doch recht gehabt, Regina hatte nur kein Interesse an einem Kind gehabt. Auch Regina selbst sah gesund und sehr gut aus, für ihr Alter war sie direkt eine Schönheit. Dieses Kostüm musste sehr teuer gewesen sein, überlegte Janine.

Entsprechend schwer machte sie es Regina, sie gab einsilbige Antworten und war so ganz anders als erwartet. Regina wurde immer unsicherer, dazu gehörte bei ihr ohnehin nicht viel. Schließlich fragte Janine geradeheraus, warum Regina sie nicht behalten hatte. Sie bekam die üblichen Antworten, wie sie es empfand, und sie hätte sie so gern geglaubt. Aber sie konnte nicht über ihren Schatten springen und Regina diesen kleinen Schritt entgegenkommen. Regina selbst merkte, dass diese Antworten sich jetzt, nach fünfundzwanzig Jahren einstudiert und lahm anhörten. Heute war das Leben so vollständig anders als damals. Würde sie selbst glauben, dieses wären Gründe genug sein Kind wegzugeben?

Regina war so enttäuscht von sich selbst, sie konnte Janine nicht klarmachen, wie sehr sie sie vermisst hatte. Sie fragte sie nach ihrem Leben und Janine erzählte, dass sie in drei Monaten heiraten wollte. Dies sei mit ein Grund, warum sie wissen wollte, wo sie herkam und wer ihre Eltern waren. Immerhin wollte ihr Bräutigam Marcel auch recht bald Kinder, so war es besser, auch über mögliche Erbkrankheiten und so etwas Bescheid zu wissen. Regina lief eine Träne über die Wange „Ich freue mich ja so für dich“ sagte sie mit vollem Herzen. Die Stimmung lockerte sich danach zwar ein wenig auf, aber so richtig gemütlich wurde der Nachmittag nicht mehr.

Janine mochte nicht über ihre Kindheit sprechen, sie hatte das Gefühl, die Eltern, die sie aufgezogen hatten, zu verraten, wenn sie zu Regina über sie sprach. Ihre Adoptivmutter war sowieso unglücklich, als Janine anfing, nach ihrer Mutter zu suchen. Nur ihr zuliebe hatte sie erst so spät etwas unternommen und eigentlich auch nur Marcel zu liebe überhaupt. Janine fiel auf, dass sie Vieles im Leben nur für Andere tat, sie selbst hatte so große Angst vor diesem Treffen gehabt, sie wäre lieber für immer sozusagen mutterlos geblieben.

Zwei Stunden hatte Janine anstandshalber abgesessen. Sie nahm sich vor, so schnell nicht wieder herzukommen. Ihrer Mutter ging es offensichtlich sehr gut, sie brauchte Janines Liebe nicht und sonst auch nichts. Sie verabschiedete sich wieder kühl, Regina traute sich nicht sie zu umarmen, sie wusste auch nicht wohin mit ihren Händen. Sie nahm Janine unbeholfen bei der Schulter, es wurde eine entfernte, verunglückte Beinaheumarmung. „Bitte komm jederzeit wieder, meine Telefonnummer hast du ja nun auch. Ich hab mich wirklich sehr, sehr gefreut.“ Janine wusste nichts zu sagen und nickte nur, während sie schon ging. Regina sah ihr nach, bis sie im Treppenhaus verschwand und auch danach stand sie noch da, einfach nur da.

Abgang

Janine konnte gar nicht schnell genug aus dem Haus kommen, sie konnte ihre Tränen kaum noch zurückhalten. Sie war so enttäuscht von ihrer Mutter. Also hatte Regina sie doch einfach nicht haben wollen, hatte sie einfach nicht geliebt. Auf der Straße musste sie erst einmal in ihrer Handtasche nach Taschentüchern suchen.

Jutta und Frau Wilkens hatten den Abgang von ihren unbequemen Plätzen hinter dem Türspion von Frau Wilkens beobachtet. Das sah nicht gut aus. Nun würden sie noch mehr auf Regina aufpassen müssen, sie hatten sie sehr ins Herz geschlossen und wollten keinen Rückfall riskieren. Also gingen sie schnell hinauf zu ihr und blieben bei Regina. Der Kuchen, den Janine kaum angerührt hatte, fand jetzt seine Abnehmer. Regina hatte zunächst ein wenig geweint, war aber nun ganz still. Warum sollte ihre Tochter sie auch mögen, sie hatte doch nichts dafür getan. Sie verstand gar nicht mehr, warum sie sich überhaupt Hoffnungen gemacht hatte.

Marcel

Janine kam verschwollen und verheult nach Hause. Marcel wartete gespannt auf sie, er war immerhin zum Teil schuld, an dem Wunsch die Mutter zu finden. Nun hatte er sie also unglücklich gemacht. Schon drei Monate vor der Hochzeit. Auch eine Glanzleistung dachte er sich ironisch. Er hörte sich die ganze Geschichte an. Janine erzählte von dem schönen, gemütlichen Wohnzimmer, von dem hübschen Kostüm, von ihrer schönen, gepflegten Mutter. Und heulend stammelte sie „sie wollte mich ganz einfach nicht, sie liebt mich nicht.“

In Marcel arbeitete es fieberhaft, das konnte nicht sein. Er hatte sich auch erkundigt, noch bevor Janine den Brief geschrieben hatte. Die Frau sollte eine heruntergekommene Säuferin sein, ganz nett, aber garantiert keine elegante Dame. Ob sie eine andere Frau vorgeschoben hatte, weil der eigene Anblick ihr zu peinlich war. Dann erzählte Janine von den neugierigen Blicken im Hausflur und im Treppenhaus, wie viele Nachbarn von Regina, viel zu zufällig, gerade durchs Haus gingen.

Es machte Klick bei Marcel und ihm ging ein ganzer Kronleuchter auf. „Aber Schatz, was denkst du dir denn? Sicher hat sie wer weiß was angestellt, um dir nicht wie eine Pennerin gegenüberzutreten. Was denkst du, wieso sie dir nicht den Rest der Wohnung gezeigt hat? Weil nichts drin war, im Rest der Wohnung! Da wette ich jede Summe! Deine Mutter hat alles versetzt, und mit Sicherheit noch überall Geld geliehen, weil sie dich nicht enttäuschen wollte.“ Er war aufgestanden und redete sich selbst in Schwung, Janine hatte aufgehört zu weinen und hörte nun aufmerksam zu. „Ich möchte echt nicht wissen, was deine Mutter wirklich für ein Leben führt. Jedenfalls habe ich etwas Anderes über sie gehört. Aber ich finde, DU solltest es wissen wollen. Sie braucht dich!“

Überraschungen

Janine liefen wieder die Tränen über das Gesicht „Oh Gott und ich habe sie glauben lassen, ich hasse sie. Ich muss wieder zurück.“ Marcel fuhr sie zu ihrer Mutter. Damit nicht wieder Missverständnisse aufkamen, ging er mit hinauf. Frauen waren doch einfach zu emotional, sie brauchten einen sachlichen, nüchternen Aufseher. Als er klingelte, machte eine ältere Matrone die Tür auf, die passte doch schon eher als Mutter von Janine, dachte er, bis er ins Wohnzimmer geführt wurde, wo Janines älteres Ebenbild saß. Janine stürzte zu ihrer Mutter und stammelte Entschuldigungen. Die beiden umarmten sich und weinten um die Wette. Sie konnten nicht sprechen, aber Frau Wilkens und Jutta waren nicht auf den Mund gefallen und tratschten mit Marcel. Er konnte den Blick fast nicht von seiner zukünftigen Schwiegermutter lösen. „Ich weiß, so etwas fragt man eine Frau nicht, schon gar nicht, wenn man ihre Tochter heiraten möchte, aber sagen sie mal, wie alt sind sie eigentlich?“

Es stellte sich heraus, dass Regina erst 41 Jahre alt war. Sie war mit fünfzehn bereits schwanger geworden und ihre Gründe waren keine Ausreden gewesen. Wie auch Janine jetzt erkannte. Marcel sah die praktische Seite der Medaille „Prima, bei den Genen kriegen wir traumhafte Kinder und wir haben Großeltern genug die babysitten können“

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